2014年10月12日***

Endlich komme ich dazu, Okonomiyaki zu essen. Das Restaurant ist winzig und wird von zwei Frauen betrieben. Am Eingang befinden Tische, an denen ältere, betrunkene Männer sitzen – ich hingegen darf direkt an der heißen Platte Platz nehmen, auf der gekocht wird. 

Die Frauen sind freundlich interessiert und fragen mich aus. Ich mag die Stimmung hier und kann zum ersten Mal ein paar Satzfetzen sprechen. Wie schwer es mir fällt, die Worte zu finden, während mich vier Augen angucken! Vor lauter Aufregung vergesse ich Vokabeln und Eselsbrücken. Es fehlt mir so sehr an Übung. 

Die Stimmung im Restaurant beginnt ein wenig zu kippen, als sich ein betrunkener Japaner zu mir setzt. Anfangs ist es noch lustig mit ihm, aber dann fasst er immer wieder meine Hand an und die beiden Köchinnen stellen mir in seinem Auftrag Fragen. Als er wissen will, in welchem Hotel ich übernachte, signalisiere ich höflich, dass es reicht. Nun reden alle ganz offensichtlich über mich und lachen dabei, während ich nichts verstehe. Das fühlt sich schrecklich an und ich bin froh, fast fertig zu sein mit essen. Ich lüge, dass es sehr lecker war und gehe. Dabei schmeckt mir das Okonomiyaki im Hanage in Berlin besser – und meines auch.