年10月12日 – 広島 – Hiroshima

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Um nach Hiroshima zu kommen, muss ich erst einmal mit dem Boot zurück nach Uno, um von dort mit zwei Bummelzügen den Bahnhof zu erreichen, von dem aus der Shinkansen fährt. Dafür, dass Uno winzig zu sein scheint, hat es einen recht progressiven Bahnhof.

 

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Da ich vor drei Jahren bereits in Hiroshima war, plane ich nur einen Tag ein. Dass ich überhaupt noch einmal hierher komme, ist dem guten Gefühl geschuldet, das ich damals hatte. Im Gegensatz zu anderen Städten empfand ich es hier als sehr grün und sehr weit. Ganz abgesehen davon, dass mich der Atomic Bomb Dome beeindruckt hat.

Wieder bleibt mein Blick an dem geborstenen Stahl hängen. Es sind weniger Menschen da und als ich später im Dunkeln noch einmal zurück komme, ist es sogar fast leer. Ich spaziere den Fluss entlang, sitze ein wenig herum und denke über die aktuelle politische Lage nach. Vor drei Jahren hätte sich niemand Trump vorstellen können, schien ein Atomkrieg relativ unwahrscheinlich. Wenn es eskaliert, bin ich hoffentlich längst wieder zuhause und liege in meinem Bett – oder in dem des Mannes, mit dem ich schlafe.

Am anderen Ende des Friedensdenkmals bin ich ganz alleine. Das war letztes Mal auch anders: Schulklassen und Reisegruppen drängten sich auf dem Platz vor dem Bogen, durch den man eine brennende Flamme und noch weiter hinten den Atomic Bomb Dome sehen kann. Die hier aufgestellten Blumen duften sehr intensiv. Ich versuche, mir den Moment einzuprägen als einer der letzten schönen Sommerabende in diesem Jahr. Irgendwann kommt ein Wächter, der akribisch alles mit einer Taschenlampe ableuchtet. Ich frage mich, wonach er sucht – Sprengstoff? Als würde ein Profi diesen so offensichtlich unterbringen. Es gibt keine Sicherheit, nirgends, denke ich.

 

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Beim letzten Hiroshima-Besuch hatte ich es versäumt, Okomiyaki zu essen. Ausgerechnet hier, wo es doch sogar eine Variante gibt, die nach der Stadt benannt ist. Ich habe Glück und kann am Tresen sitzen und zuschauen, wie die vielen Okonomiyakis gebraten werden. Ich liebe die dafür notwendigen Handgriffe und fange fast an zu weinen, so glücklich macht mich das Zusehen. Mein bisher schönster Urlaubsmoment.

 

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Am nächsten Morgen steht auf dem Weg zum Bahnhof mein Apartment-Nachbar aus Naoshima vor mir, obwohl die Insel ein paar Stunden mit Boot und Zug entfernt liegt. Ich reise jetzt in den Norden, nach Hokkaido, sagt er. Dann werden wir uns auf keinen Fall noch einmal begegnen, verabschiede ich mich, denn ich bin gerade auf den Weg in die entgegengesetzte Richtung, nach Kumamoto.