2017年10月7日 – 散歩する – sanpo suru – spazieren gehen

Die Angst, mich in Tokio nicht richtig erholen zu können, ist längst verschwunden. Ich gehe jeden Tag mehr als 10 Kilometer zu Fuß, was mir so gut tut. Im Gegensatz zu großen Städten bei uns, gelangt man auch hier in Ballungszentren mit wenigen Schritten in sehr ruhige Gebiete, geht kleine Straßen entlang und begegnet nur wenigen Menschen. Direkt um die Ecke steht man dann wieder an einer riesigen Kreuzung.

Weil ich immer ein konkretes Ziel habe – es fällt mir selbst hier nach wie vor schwer, einfach so spazieren zu gehen – lasse ich mich von Google Maps dorthin führen und lande in Straßen, die ich sonst nie entlang gegangen wäre. Ich passiere Friedhöfe, winzige Geschäfte, zum Teil in in scheinbar leblosen Wohngebieten, Spielplätze, kleine Schreine, heruntergekommene Bars, Schilder mit Rechtschreibfehlern und sogar Streetart – die es hier im Vergleich zu Berlin wirklich kaum gibt.

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2017年10月6日 – 美人画 – bijinga – Bilder schöner Frauen

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Im Yamatane Museum war ich bereits letztes Jahr um diese Zeit. Ich bin neugierig, da nun ausschließlich Bilder mit Frauen darauf ausgestellt sind. 美人画 – bijinga ist ein eigenes Genre und selbstverständlich müssen all die abgebildeten Frauen schön sein, denn sonst hätte sich die Würdigung in Form eines Holzdrucks oder Gemäldes wohl kaum gelohnt.

Ich lerne etwas über die Besonderheit einiger der gezeigten Bilder: Anstatt sich ausschließlich der Schönheit und Reinheit der Frauen zu widmen, zeigen sie auch etwas über ihre Kultur. So dürfen die Frauen also auch Vorhänge beiseite schieben, ein Instrument spielen, sich gegenseitig kämmen oder einfach entspannen.

Am meisten gefallen mir die vielen verschiedenen Kimono-Muster, die zum Teil wirken als seien sie gestempelt. Ich muss unbedingt etwas damit anfangen, wenn ich wieder zurück in Deutschland bin. Der Inspiration wegen möchte ich im Museums-Shop ein paar Drucke kaufen, doch mehr als winzige Postkarten gibt es nicht, und hier geht leider jeglicher Charme, jedes wundervolle Detail verloren. Wie in fast allen Museen ist aber auch hier das Fotografieren – mit einer Ausnahme – verboten. So werde ich mich der Recherche wegen an die Ukiyo-e oder Buch-Datenbank halten.

 
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