2017年10月7日 – 散歩する – sanpo suru – spazieren gehen

Die Angst, mich in Tokio nicht richtig erholen zu können, ist längst verschwunden. Ich gehe jeden Tag mehr als 10 Kilometer zu Fuß, was mir so gut tut. Im Gegensatz zu großen Städten bei uns, gelangt man auch hier in Ballungszentren mit wenigen Schritten in sehr ruhige Gebiete, geht kleine Straßen entlang und begegnet nur wenigen Menschen. Direkt um die Ecke steht man dann wieder an einer riesigen Kreuzung.

Weil ich immer ein konkretes Ziel habe – es fällt mir selbst hier nach wie vor schwer, einfach so spazieren zu gehen – lasse ich mich von Google Maps dorthin führen und lande in Straßen, die ich sonst nie entlang gegangen wäre. Ich passiere Friedhöfe, winzige Geschäfte, zum Teil in in scheinbar leblosen Wohngebieten, Spielplätze, kleine Schreine, heruntergekommene Bars, Schilder mit Rechtschreibfehlern und sogar Streetart – die es hier im Vergleich zu Berlin wirklich kaum gibt.

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2014年10月11日***

Ich kann die Worte Tokyo Tower innerlich nicht so recht auf Englisch hören, wenn ich sie lese oder daran denke. Meine erste japanische Drama Serie hieß so. Die Worte fielen darin ständige und wurden eher Japanisch als Englisch ausgesprochen. Mal abgesehen davon, dass im Japanischen ohnehin sehr viele viele englische Worte übernommen wurden, mag ich so etwas auch bei Begriffen, die tatsächlich noch zur Sprache gehören.

Verstört hat mich abschließend die Show vor dem Eingang des Turms. Ich habe noch nie einen dressierten Affen gesehen und war hin und her gerissen zwischen großem Mitleid, Wut und furchtbarer Abscheu.

2014年10月11日*

Den heutigen Tag verbringe ich mit Teruko. Wir gehen in den Shibarikyū-Park, in dem sie selbst noch nicht war. Am Eingang werden wir vor den Dengue-Fieber übertragenden Moskitos gewarnt und dazu ermahnt, uns möglichst bedeckt zu kleiden, wenn wir den Park betreten möchten. Ich trage eine kurzärmlige Bluse und nur sehr dünne Nylons.

Es dauert bestimmt zehn Minuten, bis ich nicht mehr daran denke, welche Gefahr in diesem wunderschönen, ruhigen Park auf mich lauert. Nur das Rauschen aller Klimaanlagen der Stadt scheint bis hierher zu dringen.

Im Wasser schwimmen graue Karpfen, deren Mäuler sich dümmlich öffnen und schließen – dabei lohnt sich der Aufwand nicht, denn wir haben kein Futter. Als wir auf ein paar Steinen zwei drei Schildkröten sehen, überlegen wir, ob diese echt sind. Wie kleine Statuen sehen sie aus. Und dann fallen uns all die anderen auf. So viele Schildkröten liegen wie graue Steine auf den kleinen Felsen im See und lassen sich ihre Panzer von der Sonne wärmen.